Donnerstag, 9. Juli 2015

Coveritis oder Bernina macht einfach Spaß

Hallo ihr Lieben,

Wir bei Stoff & Liebe sind der Coveritis verfallen... und deshalb möchte ich (Simone) euch ein wenig von meinen Erfahrungen mit der Cover erzählen. 

Vorneweg: Man kann sicher auch ohne eine Cover leben. Mit elastischen Zierstichen ist auf einen Nähmaschine auch sehr viel möglich und auch richtig schön! Hat man sie aber, die Cover, will man sie nicht mehr missen. Ich selbst war nie so der Fan vom Säumen bzw nie so richtig zufrieden mit den Ergebnissen. Da ich hauptsächlich Jersey vernähe ist die Covermaschine zum Säumen ein Traum!!! Aber eben auch die wunderschönen Kontrastnähte kann keine Maschine besser.

Wir bei Stoff & Liebe haben die Bernina L220 von unserem bewährten Nähmaschinenspezialisten zu besonderen Konditionen,  wir kooperieren ja in mehreren Projekten, also ist das hier auch ein bißchen Werbung.

Bildquelle Nähpark


Ich nähe mit der Cover vor allem Bekleidung. Beim Säumen und bei Bündchen und Streifenversäuberung leistet sie hervorragende Dienste, aber auch dekorative Ziernähte sind möglich.

Ich verwende z.B. die Streifenversäuberung  für Armabschlüsse, Ausschnitte und lockere Armbündchen. Wie oft wird diese Streifenversäuberung auf normalen Nähmaschinen veflucht... mit der Cover L 220 ein Kinderspiel. Zuerst wird mit der Overlock der Jerseystreifen auf die linke Stoffseite festgenäht. Danach wird der Streifen nach innen geklappt und von vorne mit der Cover festgenäht - das sieht sauber aus und ist dehnbar. FERTIG !

Das Säumen ist auch ein Kinderspiel. Einmal umbügeln, feststecken und los geht´s. Man kann die Cover unterschiedlich einsetzen. Entweder man sieht am fertigen Saum später die Dreifachnaht, dann näht man von der späteren Oberseite, oder man wählt die auffälligere andere Seite der Covernaht, dann muß man die Dreifachnaht an die spätere Rückseite setzten und hat so die sonst untere Nahtseite oben.
Nimmt man zusätzlich einen kontrastfarbenes Garn, erhält man wunderschöne, dehnbare Ziernähte.
Rechts neben der Stichplatte befinden sich Markierungsstreifen, an denen man sich wunderbar beim Säumen orientieren kann.

Wie beende ich eine Covernaht so, dass sie sich nicht löst? Bitte hier aufpassen, schnell ist die Naht komplett auf, wenn man sie nicht ordentlich abschließt. Annelie von Ahoi hat wunderschön HIER erklärt, wie man das professionell macht.


Und jetzt zeige ich Euch mein letztes Projekt:
 Ich habe endlich den versprochenen Schlafanzug genäht.
Hier wollte ich schön viel Ziernähte haben. Dazu habe ich ich alle Nähte von links (1.) genäht und schon sieht man diese wunderbare 3-fach Covernaht von außen (2.).

Der dreigeteilte Fuß der L220 ist ein Traum. Mühelos übergeht er alle möglichen Schichten ob diese nun parallel zum Fuß, oder quer verlaufen. Bei einer sehr dicken, quer verlaufenden Stelle sollte man nur darauf achten, langsam bis kurz vor die dicke Stelle zu nähen, hier die Nadel komplett mit dem Handrad nach unten drehen und das Füßchen vorne kurz mit dem Daumen anheben. Nun kann man weiternähen und die dicke Stelle wird sauber.

Grundsätzlich ist man bei Nahtunterbrechungen auf der sicheren Seite, wenn man die Nadel bis zum "Klicken" ganz mit dem Handrad versenkt und dann weiternäht, so lassen sich Stichaussetzer vermeiden.

Bei sehr dünnen Stoffen kann es hilfreich sein, ein Restestück vorab zu legen, um die Covernaht zu starten Stoff, ohne das sich der Stoff in die Nadelplatte frisst. Wie man hier (3.) sieht, einfach und effektiv. Später, beim Zusammennähen, wird das vorne angesetzte Stück einfach abgeschnitten. Zum Schluss wieder Säumen (4.) und fertig.
Hier seht ihr eine Detailaufnahme des dreigeteiltes Fußes.


Das Einstellen der Maschine erfolgt auch völlig problemlos. Natürlich sollte man vor dem Nähprojekt die optimale Fadenspannung ausprobiert haben. Trotzdem können die Stichlänge und der Differentialtranport auch während des Nähens verstellt werden.
Hier ein Beispiel von Tests, wie man zu einer optimalen Covernaht gelangt. Das alles dauert überhaupt nicht lange. Ein Nachstellen ist nur selten nötig, evtl. wenn man die Stoffart wechselt. Wenn man wie ich v.a. Jersey verarbeitet, muß man eigentlich nichts mehr verstellen.

Sehr wichtig sind gute Garne, die glatt versponnen sind und dadurch sehr gleichmäßig laufen und auch nicht reissen. Hier rate ich zu Markengarn, mit sehr einfachen Overlock-Garnen kann es sein, dass der Fadenlauf nicht optimal ist und die Garne reissen oder die Nähte ungleichmäßig werden.

Hier an den Teststreifen könnt ihr sehen, wie ich die Fadenspannung optimiert habe.



Manchmal dann passiert es doch mal, das etwas nicht funktioniert. 
Das hat dann meist den Grund, dass der Faden irgendwo nicht korrekt läuft.
Ich verknote immer die Fäden wenn ich die Garnfarbe wechsle. Normalerweise geht das zügig und reibunglos.
Hier ist was schiefgegangen, ich habe das daran gemerkt, dass die Fadenspannung der linken Nadel (gelbe Führung) einfach nicht mehr stimmte. Zuerst konnte ich mir nicht erklären warum, bei genauerem Hinsehen und etwas Rätseln war dann schnell klar, dass da was in der Führung verrutscht ist. Ich habe nach Anleitung neu eingefädelt (neue Nadeln und neu einfädeln beheben zu 90% die meisten Probleme!) und schwups lief alles wieder normal. Das Einfädeln spielt sich sehr schnell ein.. die Beschriftung der Garnwege an der Maschine ist eindeutig.
 


Und hier seht ihr meinen fertigen Schlafanzug, er wird begeistert getragen.

 

Schnitt Schlafanzug: Tag & Nachtträumer von Fred von Soho

Das war mein Bernina L 220 Cover-Bericht. Ich liebe diese Maschine und ihre kreativen Möglichkeiten, ich möchte sie nicht mehr missen. Macht wirklich viel Spaß und bringt sehr schöne Ergebnisse.

Möchtet ihr mehr sehen, könnt ihr Euch auch die bernina-Videos zur Maschine anschauen, ihr findet sie im youtube-Kanal von bernina.

Die Maschine bekommt ihr HIER , incl. hervorragendem Kundenservice. Ich habe bis jetzt alle Fragen, die im Bezug auf meinen Bernina Nähpark aufgekommen sind, telefonisch lösen können
(da ich drei Berninas habe, kann man schon von einem "Park" sprechen).
Lieben Dank an die Kundenbetreuer des Nähparks Diermeier.

http://www.naehpark.com/



So und nun genießen wir diese frische Brise, nach diesen heißen Tagen.

Laßt es euch gut gehen.

Alles Liebe von uns

&



Kommentare:

  1. Vielen, vielen (und ja, noch mal) vielen DANK!
    Denn genau diese Maschine ist bei mir auch letzte Woche eingezogen und ich bin ebenfalls begeistert.
    Keine Fehlstiche, sie näht sauber - was will man mehr?
    Darf ich fragen wie Ihr hier bei dem Baumwolljersey die Fadenspannung (Nadeln und Greifer) eingestellt habt? Das würde mich wirklich interessieren...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi liebe Katharina,
      sehr gerne schreibe ich Dir die Einstellung :D
      Die Covernaht beim Sandmann Set habe ich ich der Fadenspannung 4 (alle drei) , Greifer M, Nähfußdruck M (wobei das M leicht verschwindet) genäht.
      LG Simone

      Löschen
  2. Ich liebe sie auch!!!ohne wollte ich nicht mehr sein;-)
    liebe Grüße Tanja

    AntwortenLöschen
  3. Danke für deinen Bericht! Ich habe diese tolle Maschine auch seit einigen Tagen und mein gelber Faden ist auf Stufe 8 immer noch recht locker. Ich werde das erneute Einfädeln nochmal probieren. Es stimmt, manchmal sieht man den Fehler nicht, aber so lange es danach klappt ist alles gut :)

    Genau wie deine Naht so es bei mir auch mal aussehen. Wirklich wunderschön! Danke für die wertvollen Tipps!

    AntwortenLöschen
  4. Danke für den tollen Bericht. Ich grüble schon so lange welche Cover ich mir zulegen soll.
    Da ich mit meiner Overlock von Bernina so zufrieden bin klingt der Bericht noch verlockender :)
    Gibt oder gab es denn oft Probleme mit Fehlstichen ?
    Wäre sehr dankbar über eine Antwort.
    Liebe Grüße Eva

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über jeden einzelnen Kommentar von euch!
Schön, dass ihr auf unserem Blog zu Gast seid!