HEUTE:
Die Geschichte vom kleinen Krämer, der auszog, was zu verkaufen, was alle haben wollten.
Ein modernes Märchen, dass ohne Prinzessin auskommt
Es war einmal ein kleiner Dorfkrämer (für alle Stadtkinder
unter euch: Ein Krämer ist so etwas wie der ALDI, nur viel, viel kleiner), dem
die unglaubliche Gunst zuteil ward, dass er exklusiv das neue oPHON 7.5
(Heidi Edition) verkaufen durfte.
Er bewarb dieses Handy fein säuberlich und am
Erstverkauftstag wunderte sich die Kundschaft gar sehr, was es mit diesem
eigentümlichen Handy auf sich haben mochte. Manche fanden es sehr schön und
kauften es sogleich für ein paar Silberlinge, andere meinten, es wäre ein sehr schönes Handy - ohne Frage - aber sie hätten Handykaufverbot und der Handyschrein wäre bis oben voll und
müsste erst einmal abtelefoniert werden.
Nichtsdestotrotz hatte der Krämer
seine oPHONES binnen einer Woche verkauft, die Kunden waren fröhlich und wohl
gesonnen, und bei der ganzen Aktion war auch das Interieur heil geblieben.
Doch oh weh ...
Es begab sich aber weiter, dass der Krämer eines schönen Tages das oPHONE 8.6 (mole edition) geliefert bekam und da ihm zu Ohren gekommen war, dass diese Version
bereits im gesamten Königreich diskutiert wurde, ging er hin und
verbreiterte die Laden-Eingangstür um das Doppelte, damit sich keiner seiner
werten Kundschaft am Türrahmen stoßen möge. Doch oh weh, als er am besagten Morgen
seine Markise ausfuhr, gewahrte es ihm, dass mehrere hundert Menschen
erwartungsvoll vor seinem Laden standen.
Der kleine Krämer konnte nichts
anderes tun, als seine Ladentür aufzuschließen und die Kundschaft einzulassen.
War das ein Gedränge und Geschubse! Immer mehr Leute drängten sich in den
kleinen Laden, so dass sich schließlich niemand mehr bewegen konnte und sogar
Leute aus dem Laden gedrängt wurden, die nicht einmal die begehte Ware berühren
konnten ( ja, es wurde sogar davon berichtet, dass bezahlte Ware aus dem
Einkaufskorb geklaut wurde!). Binnen einer Stunde war die komplette Ware
ausverkauft,die Inneneinrichtung war etwas in Mitleidenschaft gezogen worden
und die beiden Angestellten des Krämers fix und alle...
Das Murren in der Bevölkerung war anschließend groß.
"Der Krämer hätte mit dem Ansturm rechnen müssen!", sagten die Einen.
Andere meinten: "Der Krämer hat diese Situation bewusst herbeigeführt, um
sich wichtig zu machen - außerdem hätte er viel mehr Handies bereitstellen
müssen!" "Böser Krämer, schlechter Krämer!" hieß es dann auch in
der überregionalen Dorfzeitung "Fatzebuck".
Doch oh weher...
"Dies soll mir nie wieder passieren!", sagte sich
der kleine Krämer und er ging hin und baute soviele Ein- und Ausgänge, wie sein
Laden fassen konnte ein. Ja, er ließ sogar einen Fachmann kommen, der sich auf
die Beherrschung hohe Besucherströme spezialisiert hatte, der ihm bescheinigte,
dass er nunmehr gewappnet seie, für alles, was da kommen möge. So wachte er am
Morgen des ersten Verkaufstages des oPHONES 7.5.2 (mole, 2nd edition) froh und
munter auf, öffnete pünktlich seinen Laden und stellte mit Schrecken fest, dass
ALLE da waren: Die, die das neue Handy dieses Mal unbedingt haben wollten, die,
die gesagt hatten, sie würden nie wieder bei dem Krämer einkaufen und auch die,
die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten und die Geschehnisse
genüsslich mit ihrem oPHONE 7.5 fotografierten. Und alle, wirklich alle hatten
ihre Verwandtschaft mitgebracht...
EXKURS für alle mit der Symbolsprache von
Märchen nicht vertrauten Leser - Die Verwandtschaft steht im virtuell-reelen
Leben für hektisches F5-Taste-Gedrücke, Return-Tasten-Gehacke u.ä.
"Warum machst Du keinen Vorverkauf?" schrien die
empörten Massen. "Würdet ihr euch dann gesittet in eine Schlange stellen
und warten, bis ihr eingelassen werdet?", fragte der kleine Krämer.
"Nein", sagte das Volk, "aber trotzdem!".
"Warum verkaufst Du nicht soviel Handies, dass es für
alle reicht?", empörten sich die enttäuschten Kunden. "Würdet ihr
euch denn dann geduldig anstellen und nicht alle gleichzeitig meinen Laden
stürmen?", fragte der Krämer. "Ich nicht, aber vielleicht die
Anderen", sagte das Volk.
Jedes Märchen hat ein gutes Ende ...
Der Krämer seufzte, überlegte, seufzt wieder, nahm das
Telefon und führte ein endlos langes Gespräch. Am nächsten Tag erschienen eine
Handvoll Shop-Experten beim kleinen Krämer. Der kleine Krämer erläuterte sein
Problem: "An 29 von 30 Tagen läuft es in meinem Lädchen nahezu
reibungslos, aber manchmal bräuchte ich zwanzigmal soviel Eingänge, zwanzigmal
soviel Ausgänge, zwanzigmal soviel Lagerfläche und zwanz... also sagen wir mal
fünfmal soviel Personal.
"Nun denn", sagten die Experten, wir
besorgen eine Abrissbirne und dann bauen wir einen Filiale, in der alle Kunden
Platz finden - mit zwanzig Eingangstüren und zwanzig Ausgangstüren und
Überwachungspersonal, dass keine Ware mehr aus dem Warenkorb stibitzt werden
kann... Und wenn der Krämer sich von seinem Schrecken erholt hat, dann lebt er
auch noch heute und freut sich auf den Verkauf vomoPHON 8 ...
...und die Moral von der Geschichte???
Das Stoff & Liebe-Team hat beschlossen, sich den
künftigen Anforderungen zu stellen und hat gelernt, dass es nicht ausreicht,
einfach Serverleistung zu erhöhen. Wir werden daher unseren gesamten Shop auf
den Kopf stellen, die gesamte Infrastruktur komplett umbauen und wohl oder übel auf
ein neues, leistungsfähigeres System umsteigen. Dies ist natürlich nicht von
einem Tag auf den anderen zu bewerkstelligen und etliche Wochen dauern... Heidi
und Maulwurf stehen schon (in großer Auflage) in den Startlöchern und freuen
sich schon darauf, Euch und Eure Kinder zu erfreuen.
Nachlese:
Für alle unter euch, denen diese Ausführungen nicht
ausreichen oder zu primitiv sind, hier die rein wissenschaftlich-technische
Erklärung in vier Sätzen:
„Wat is en Sörver? Da stelle mehr uns janz dumm und da sage
mer so: En Sörvermaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un
vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Host. Und dat andere Loch, dat krieje mer
später.“