Freitag, 11. September 2015

Die Welt der Stickmaschinen: Stickrahmen richtig einspannen

Unsere "Besser sticken" Reihe geht zu Ende.
Ich habe Euch noch ein kleines Tutorial zum richtigen
Einspannen der Vliese und Stoffe in die Stickrahmen vorbereitet.

Oft lese ich in Tutorials und sehe, wie Rahmenschrauben viel auf und zugedreht werden, um Einzuspannen. Oder dass an Stoff und Vlies an allen Seiten nach dem Einspannen gezogen wird, um das Ganze wirklich straff zu bekommen... eher unpraktisch und unnötig. Hier verzieht sich der Stoff und das Stickvlies kann reissen.

Es gibt ja einige StickrahmenSysteme und damit auch verschiedene Methoden, sie zu spannen.

Die meisten Firmen verwenden Schraubsysteme mit Federn. Es gibt aber auch Rahmen mit Spannklammern und Schraubsysteme ohne Federn. Dann gibt es noch Luxusversionen aus dem professionellen Sektor mit Magnetsystemen, diese sind ja aber bei unseren "Haushalts-Stickmaschinen" eher nicht üblich, die gibt es für die größeren Stickmaschinen.




Ich selbst komme mit den Schraubsystemen mit Federn am Besten zurecht. Sowohl meine Janome 350e, als auch meine Brother PR620 haben solche Systeme.Ich habe aber auch schon Maschinen mit Spannklammern und welche mit Schrauben ohne Federn hier gehabt...geht natürlich auch....ist ein bisschen Übungsache und finde ich persönlich schwieriger.

Die Rahmen mit Federn haben den Vorteil, dass auch bei schon voreingestelltem Rahmen etwas "Spiel" und "Dehnungsmöglichkeit" beim Einspannen bleibt. So kann man das Material mit der Rahmenoberseite "eindrücken" und alles sitzt gleich straff.Keine Angst, die Federn halten das locker aus.... meine Janome (und ich sticke ja wirklich viel) hat noch die Originalrahmen ohne Federtausch und ich habe sie schon 4 Jahre im Gebrauch!  Sollten Federn oder Schrauben mal defekt sein, kann man sie natürlich nachbestellen. Bei Rahmen ohne federn stellt ihr den Rahmen vor dem Einspannen etwas lockerer ein und müßt dann nach dem Einspannen Sdie chraube oder den Riegel anziehen bzw. umklappen.


 Und dann gehts schon los:
 Ich schneide das Vlies großzügig zu. Darauf platziere ich den Stoff. Gerne fixiere ich ihn mit etwas Sprühkleber, damit er nicht auf dem Vlies verrutscht, gerade bei Jersey und anderen dehnbaren Stoffen ist das mein TIP, auch Reststücke anderer Materialien können so auf Stickvlies verarbeitet werden. Andrücken und glattstreichen, dabei darauf achten, dass der "Fadenlauf" stimmt, d.h. der Stoff nicht verzogen aufgeklebt wird.
(Über den Umgang mit Sprühkleber und Klebevliesen könnt ihr hier nachlesen).


Meine Rahmen sind immer so eingestellt, dass die beiden Teile leer ohne größeren Druck ineinander gedrückt werden können. So kann ich Vlies einfach einspannen, ohne etwas verändern zu müssen, denn die Feder gibt ja leicht nach. Will ich Vlies mit Stoff oder dickere Materialien einspannen, löse ich die Schraube, aber nur ein wenig. So muß ich selten die Schraube verstellen und kann zügig einspannen. Man bekommt schnell ein Gefühl dafür, um wieviel man die Schraube lösen muß, um dickere Materialien nach der folgenden Technik einspannen zu können.

Ich lege ich das obere Rahmenteil auf das Stickmaterial. Man kann natürlich auch den Stoff aufs untere Teil legen, ich finde es aber anders herum praktischer.
Das untere Rahmenteil lege ich auf die Arbeitsfläche und zwar so, dass die Rahmenbefestigung über die Tischkante ragt, nur so kann ich kraftvoll drücken, ohne schief einzuspannen oder den Rahmen oder die Tischplatte zu beschädigen.


Jetzt lege ich das obere Teil auf das untere Teil und drücke zuerst unten an der Tischkante die Ecken des oberen Teils in das untere Teil. Mit der anderen Hand drücke ich nun die oberen Ecken in das untere Rahmenteil. Man darf hier bei Rahmen MIT Feder ruhig Kraft aufwenden, so dehnt sich das untere Rahmenteil ein wenig und das Teil "rutscht" fest hinein. Meine Rahmen haben unten eine Art "Stopper", verdickte Stellen am unteren Rahmenteil, die verhindern, dass der obere Rahmenteil unten wieder "durchrutscht". Vorsicht, das haben nicht alle Rahmen !


Durch das "in" den Rahmen drücken, wird das Stickgut automatisch glatt gezogen und gestrafft.
Wenn ihr ein bißchen geübt habt, ist er nun "trommelfest" eingespannt. das heißt, wenn ich mit den Fingern auf die Rückseite trommelt, ist das Vlies straff und es gibt ein kleines Trommelgeräusch.

Genauso verfahre ich, wenn ich nur Vlies einspanne und das Stickgut dann aufklebe.
 
Paßt das nicht ganz, kann man trotzdem noch ein bisschen am Vlies/Stoff ziehen. Aber Vorsicht bei dehnbaren Stoffen, die verzeihen das kaum und ihr habt nach dem Sticken Wellen, da der Stoff sich gedehnt hat beim Einspannen. Dies ist bei dehnbaren Stoffen etwas kniffelig. Ich rate da zu Klebevlies oder eben Arbeit mit Sprühkleber, so ist der Stoff fest auf dem Vlies fixiert und kann sich garnicht dehnen.

Ich hoffe, der Post hilft den "Anfängern" unter Euch ein wenig. Ich sehe oft Stickereien, die nicht ganz sauber sind, weil eben nicht sorgfältig eingespannt wurde....das muß ja nicht sein!

Das wars mit unserer Stickserie, nächste Woche gibt es zum Abschluß dann eine große "Stickparty", laßt Euch überraschen!

Viel Spaß beim Sticken wünscht Euch 



und natürlich auch von

Fotos und Texte von: regenbogenbuntes
Festes Allround-Stickvlies von hier
Ersatzteile für die Stickrahmen bekommt ihr u.a. über Nähpark, hier bitte telefonisch anfragen.

Kommentare:

  1. Ihr Lieben,
    Eure Reihe "Besser sticken" hätte ich vor 2 Jahren, als ich meine Stickmaschine bekam, sehr, sehr gut gebrauchen können und ich hätte wesentlich weniger Ausschuss produziert. Nun brauche ich diese Informationen zwar alle nicht mehr, aber freue ich mich für alle Anfänger/innen, die sicherlich viele Vorteile, viel Wissenswertes aus euren Beiträgen zum Thema Sticken ziehen können.
    Ich finde es toll, dass ihr diese Reihe gemacht habt!
    Ganz liebe Grüße,
    Sabine

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  2. Ganz vielen dank für den tollen Text. Meine Stickmaschine von Brother kommt in den nächsten Tagen und ich lese mich gerade während der Wartezeit ein: Sehr wertvolle Hinweise. Großen und herzlichen dank dafür.
    Viele Grüße
    Lea, Frauchen von "Lottas Assistenzhundeleben"

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