Sonntag, 22. Februar 2015

# 1.0 Die Welt der Stickmaschinen




Interview mit dem NähPark


Bildquelle: Mäde! by Kasia


Nah, stickt Ihr schon? Oder stickt Ihr schön?

Heute präsentieren wir Euch den ersten Beitrag der Stickserie. Ziel dieser Beiträge ist Euch an einem Ort viele Informationen zum Thema Sticken, und und "wie kann ich besser sticken" anzubieten. In dieser Serie werdet Ihr viele wertvolle Informationen zum Thema Stickmaschinenwahl, Vliese, Nadeln, Garne und co erhalten. Wir werden Euch die viele Arten der Stickereien ein wenig erklären und dabei viele Tipps geben damit Eure Stickereien immer gelingen. Wir werden Euch erklären warum eine Stickdatei nicht eine Sticktdatei ist, und warum die best digitalisierte Designs mit Küchenkrepp oder Babytüchern oder falschen, Nadeln, Garn und Spanung auch auf den besten Maschinen nix werden können.  

Bildquelle: Mäde! by Kasia
Auf Los geht´s los mit dem NähPark....
 

Bei der Empfehlung von Stickmaschinen versuchen wir durch verschiedene Fragen die Wünsche, Erwartungen und die bisherige Ausstattung in Erfahrung zu bringen.

Die Frage „Kombi ja/nein“ ist dann die erste Grundsatzfrage.

Grundsätzlich kann man sagen, dass aus technischer Sicht absolut nichts gegen eine kombinierte Näh-/Stickmaschine spricht. Sowohl die Qualität beim Nähen, als auch die Eignung zum Sticken ist bei Kombigeräten generell gegeben, sofern die Maschine eine solide Grundkonzeption hat. Die grundlegenden mechanischen Anforderungen beim Nähen und Sticken an die Maschine sind identisch, beim Sticken kommt nur noch die Ansteuerung des Stickmoduls als Funktion dazu. Anzumerken ist dabei lediglich, dass eine Maschine nur durch besonders intensives Sticken aufgrund der deutlich höheren Stichzahl mechanisch mehr belastet wird als nur durch das Nähen. Insofern sind Kombimodelle gerade für Einsteiger, die noch keine passende Nähmaschine haben, eine gute und vernünftige Wahl.

Wer bereits eine Nähmaschine im Einsatz hat, mit der sie/er zufrieden ist, für den ergibt sich meist der Wunsch nach einer Ergänzung durch eine zusätzliche Stickmaschine. Für eine separate Stickmaschine spricht insbesondere die Tatsache, dass man damit effektiver arbeiten kann, weil ein Stickvorgang die Nähmaschine nicht blockiert, d.h. während des Stickens steht die Nähmaschine für andere Arbeitsvorgänge bereit. Auch ein Argument für eine Stickmaschine als Ergänzung zur Nähmaschine ist die leichtere Weiterentwicklung, wenn man im Laufe der Zeit höhere Ansprüche an die Leistungsfähigkeit beim Sticken hat. Dann lässt sich der „Aufstieg“ in eine höhere Modellkategorie finanziell einfacher bewältigen.

Zusammengefasst:

Für die Kombimaschine spricht:
  • geringerer Platzbedarf
  • schnelle Einarbeitung in die Maschinentechnik
  • für Einsteiger oft besonders geeignet
  • Preisvorteil im Vergleich zu zwei Einzelgeräten mit gleich guter Ausstattung

Für eine Lösung mit einer Nähmaschine und zusätzlicher Stickmaschine spricht:
  • effektiveres Arbeiten
  • individuelle Anforderungen/Wünsche an die Nähmaschine und Stickmaschine sind besser realisierbar, man kann einen Schwerpunkt setzen
  • leichteres „Upgrade“ beim Wechsel in eine höhere Maschinenkategorie

Die nächste Frage (aus Kundensicht) besteht meist in der Wahl der „richtigen“ Marke...

Diese Frage lässt sich in keinem Fall seriös mit einer eindeutigen Aussage beantworten, da es bei jeder Marke ganz unterschiedliche Modelle mit speziellen Eigenheiten und Schwerpunkten gibt. Die Marken haben zwar in gewisser Weise schon bestimmte Grundwerte, die manchmal kaufentscheidend oder auch ein Ausschlussgrund für die Marke sein können, aber wir halten die Auswahl über die Marke meist nicht für den richtigen Einstieg. Trotzdem kann man die verschiedenen Marken ein wenig charakterisieren.
Wer tendenziell „Premiumqualität und -technik“ sucht, für den bieten unserer Meinung nach insbesondere die Marken Bernina, Brother, Janome, Husqvarna-Viking und Pfaff ein interessantes Portfolio – die Bernette-, Carina-, Singer- oder gar W6-Modelle stehen z.B. dagegen mehr für relativ „günstige“ Preise, wobei man sich dann bewusst sein muss, dass die Gefahr nach unserer Erfahrung einfach weitaus höher ist, unzufrieden zu sein und ein zweites Mal kaufen zu müssen, um die gewünschte Leistung zu haben. Die eierlegende Wollmilchsau, bei der perfekte Nähleistungen, optimales Sticken und gleich dazu noch ein gigantisches Softwarepaket für ein paar hundert Euro zu haben sein sollen, tja, das gibt es unserer Meinung nach leider nicht. Auch wenn das Marketing oft anderes behauptet. Die Aussage von Singer beispielsweise, dass eine Futura XL 420 ein „professionelles“ Gerät zum Nähen, Sticken und sogar noch Quilten sein soll … hmm, da beschleichen einem doch so manche leise Zweifel.

Also wäre ein anderer Einstieg für die Kaufentscheidung sicher sinnvoller – und zwar die Frage nach der passenden Modellkategorie. Hier unterscheiden wir zwischen den Einstiegsmodellen, den darüber angesiedelten „Mittelklasse“ - Maschinen und den Premium-Modellen für gehobene Ansprüche in Bezug auf Leistung, Komfort, Stickqualität … und auch manche Spaß- und Luxusfaktoren. Am oberen Ende der Preisskala finden sich dann noch die verschiedenen Mehrnadel-Modelle, die zwar durchaus noch von dem einen oder anderen Hobbysticker eingesetzt werden, aber zumeist doch dem gewerblichen Einsatz vorbehalten bleiben.

Oft trifft man bei der Wahl der richtigen Modellkategorie auf den Vorbehalt, dass die teureren Maschinen „schwerer zu bedienen“ sein sollen oder „viele unnütze Funktionen“ beinhalten. Das sehen wir jedoch anders, weil man den Komfort vieler Funktionen in der Praxis erst zu schätzen lernt und viele besser ausgestattete Modelle dem Anwender (und gerade dem unerfahrenen Einsteiger!) vieles abnehmen und schneller zum Erfolg führen. Und für den Fortgeschrittenen oder Profi ist ein gewisses Funktionsspektrum später unverzichtbar. Wer also ein wenig mehr investiert, der erhält auch tatsächlich mehr Effektivität, mehr Leistung und damit auch mehr Spaß und Erfolg.

Einstiegskategorie

Hier konzentriert sich das aus unserer Sicht empfehlenswerte Produktsortiment vorrangig auf Brother-Modelle, z.B. die Innov-is 90e als Stickmaschine oder die Innov-is 955 als Kombigerät. Diesen Modellen gemeinsam ist der Stickbereich 10 x 10 cm. Das ist zwar in der Tat relativ klein im Vergleich zu den teureren Modellen, wir halten aber dennoch, gerade bei der Unsicherheit für Neueinsteiger oder bei kleinem Budget für eine gute Wahl! Man kann qualitativ einwandfrei arbeiten, hat auch in diesem Stickbereich sehr viele kreative Möglichkeiten – und wenn man sich im Hobby weiterentwickeln will oder merkt, es macht doch nicht den erwarteten Spaß, dann hat man nur geringe finanzielle Einbußen, da diese Modelle relativ problemlos privat weiterverkauft werden können oder beim Händler in Zahlung genommen werden.

Die Mittelklasse

Obwohl Brother mit den Stick-Modellen Innov-is 750e, der neuen Innov-is 800e und den Kombigeräten Innov-is1250 und 2600 auch hier sehr gut aufgestellt ist, finden sich auch sehr gute Alternativen, beispielsweise die Janome 350e als Stickmaschine oder (als Kombigeräte) die attraktiven neuen Topaz-Modelle von Husqvarna-Viking (Topaz 25, 40 und 50), die PfaffCreative 3.0 oder die Janome Horizon 9900. Jedes dieser Modelle hat spezielle Vorzüge – da ist qualifizierte Beratung des Händlers gefragt, um das passende Modell zu wählen. Die maximale Stickfläche (ab 13 x 18 cm) aufwärts ist zwar schon deutlich unterschiedlich, meist aber schon ausreichend, sodass auch viele andere Qualitäten für die Modellwahl entscheidend sein können.

Premium-Modelle

Hier gibt es tolle Funktionen, gigantische Stickflächen, geniale Bedienungskonzepte und erstklassige Stickleistungen. Als reine Stickmaschine hält sich hier die Konkurrenz in Grenzen, dieser Bereich gehört ganz allein der Brother V3 – ein geniales Teil! Bei den Kombigeräten erhält der User dann zusätzlich zu der Premium-Stickqualität hervorragende Näheigenschaften. Wer sich beispielsweise für eine Bernina derSerie 7 oder Serie 8, eine Brother der V-Serie oder gar die neue Brother XV, eine Janome Horizon 12000 oder 15000, die Husqvarna Ruby oder Diamond oder eine Pfaff Creative 4.5 oder Creative Sensation Pro entscheidet – der hat in jedem Fall ein begeisterndes Hightechgerät vor sich stehen, das nicht nur viel verspricht, sondern auch sehr viel hält. In diesem Bereich gilt noch mehr, dass man sich einen Händler suchen soll, der diese Modelle nicht nur vom Hörensagen kennt, der nicht nur eine einzige Marke im Sortiment hat – und zu dem man Vertrauen hat, dass er bei Fragen und Problemen auch mit eigenen Erfahrungen dienen kann.

Bildquelle: Mäde! by Kasia
Fazit: 

Schon im Einsteigerbereich gibt es attraktive Modelle, die viele kreative Möglichkeiten eröffnen. Für intensive Nutzung sollte man zumindest ein Mittelklasse-Modell wählen, da nicht nur der Funktionsumfang, sondern auch die mechanischen Qualitäten einfach mehr bieten. Nicht blenden lassen sollte man sich von Versprechungen, die beste Stickleistung, tolle Softwarepakte oder sehr gute Näheigenschaften zum Minimalbudget versprechen – bei diesen Angeboten ist die Freude oft nur sehr kurzer Natur.


So das war erst mal genugfür heute... und weil der NähPark so fleißig war.. gibt es den 2. Teil vom Interview in 2 Tagen.
Herzlichen Dank an des Maschinen-Spezialisten-Team vom


Bis dahin getreu nach unserem neuen Motto...

Liest Du noch oder Stickst Du schon

Alles Liebe





Kommentare:

  1. Uih, dann spare ich schon mal für mein Weihnachtsgeschenk ;-).

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  2. Wow. Genau so eine dichte Info habe ich mal gebraucht. Vielen Dank! Bei mir wird es sicher noch dauern, bis ich mal das Kleingeld investiere :) aber jetzt habe ich endlich das Gefühl, dass es doch eine ungefähre Übersicht über die Modelle und ihre Tauglichkeit gibt. Yippieh!

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  3. Diese Idee von euch finde ich wirklich toll und ich freue mich bereits auf "mehr"!
    LG,
    Sabine

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  4. Liebes Stoff & Liebe team,
    es gibt keine Zufälle ....
    Ich habe mir vor zwei Wochen ein Schweinderl zugelegt und es wird täglich gefüttert- unglaublich, wie gefräßig das kleine Ding doch ist! Und wählerisch auch- nur zwei Euro Münzen will es. Aber ich freue mich trotzdem, dass ich es habe- mein Stickmaschinesparschweinderl :)))
    Danke für den tollen Post, freue mich schon auf den nächsten.
    Liebe Grüße
    Magdalena

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  5. ich kann nur aus erfahrung sprechen, die pfaff hat mich nicht überzeugt. nach 4 wochen wieder verkauft.
    habe 8 monate mit der janome 12000 gearbeitet...es war ein traum.
    nun steht die 12000 hier zum verkauf weil ich seit dez.14 die Janome 15000 in gebrauch habe.
    und es ist ein ferrari lässt keine wünsche offen - super gutes schnelles sauberes kompetentes arbeiten. gute bedienbarkeit - ich habe keinen offenen wunsch mehr bezüglich meiner maschinen <3
    LG Ti - na - del

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  6. Hallo,
    Super Artikel, mit dem Anfängern einen sehr guten Überblick über den Markt bekommen. Die Kaufentscheidung fällt einem leichter, wenn man gewisse Grundkenntnisse hat. Vielen Dank für die Arbeit.
    Gruss
    Sindy

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  7. Ganz lieben Dank für diesen kompakten und dennoch sehr aussagekräftigen Artikel - eine tolle Hilfe!!
    Liebe Grüße
    Susanne

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  8. Toller Beitrag! Suuper hilfteich!! Vielen lieben Dank!!

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  9. was sagt Ihr denn zu dem neuen Sticktisch von w6? der hat den 10x10 UND 13x18-rahmen und kann mit verschiedenen nähmaschinen von w6 (alle computergesteuerten aktuellen modelle) genutzt werden.

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  10. Hmmmm.... Ist die Janome 12000 noch zu haben?��

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  11. Ich habe mich durchs Internet und dabei die verschiedensten Meinungen bei den Brother innovis-Modellen gelesen, auch von Problemen. Wer weiß denn nun wie empfindlich die einzelenen Modelle bei den Näh -, Stickgarnen und Unterfäden sind ? Welche schluckt alles ? Oder wie ist das bei den Nadeln?
    Interessant für mich wären dabei die V 3 , V5 und V 7 Modelle, da ich gerne nicht nur nähen, sondern damit auch Stickmustern machen würde. Oder wäre eine reine Stickmaschine besser. Ich möchte mich damit in meinem Nähzimmer aufhalten und nicht in der Reparaturwerkstatt.

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  12. Habe mir vor kurzem die Brother Innovis V3 gekauft, mit dem PE-Plus Design, bin sehr zufrieden. Aber wie es so ist, jetzt habe ich mich schon geärgert, hätte lieber die Innovis XV. Wer weiß, vielleicht kaufe ich sie mir doch noch und schenke die andere meiner Tochter, sie fängt gerade erst an zu nähen und hat Spaß daran. Bin eh ein Näh-und Stickmaschinenjunkie, ist halt mein Hobby, kann mich auch nicht so schnell von den Maschinen trennen, verschenk sie lieber in gute Hände, meine Tochter und Schwiegertochter haben sich jedenfalls darüber schon gefreut. Bin auch immer Stammgast auf dem Holland-Stoffmarkt in Hannover.

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