Vervliest und zugenäht!
Heute machen wir weiter mit der Stickserie.
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| Bild: Mäde! by Kasia |
Vliese, Vliese, Vliese! - das richtige Vlies für den Job und warum man kein Küchenpapier zum Sticken benutzen sollte.
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| Skizze: Mäde by Kasia Vlies Fotos: Nähpark |
Prinzipiell kann alles bestickt werden, wo die Nadel durchsticht, es ist aber immer vom Stickmuster und auch vom Stickvlies abhängig, wie gut oder wie schlecht dies funktioniert. Eine Stickdatei ist aber nicht gleich eine Stickdatei. Es gibt ganz viele schlecht digitalisierte Stickdateien da draußen, aber darüber werden wir ein anderes Mal sprechen. Ebenso werden wir in weiteren Beiträgen tiefer in den „Tango“ zwischen Vlies, Stoff, Nadel, Garn und Stickdatei eintauchen, um das Beste aus Eurer Maschine herauszuholen.
Heute geht es also zunächst ums Stickvlies !
Für jede Stickerei und für jeden Stoff muss ein Stickvlies zum Sticken verwendet werden. Denn jeder Stoff ist elastisch, normales Gewebe ist z.B. schräg im Fadenlauf. Da sich jede Stickerei in Stickrichtung zusammenzieht und auch durch das Sticken selber ja nochmals der Stoff verändert wird, muss diese Elastizität durch das Stickvlies „aufgefangen“ und der Stoff fixiert werden. Aus diesem Grund sollten auch immer spezielle Stickvliese verwendet werden, und keine Einlagen wie man sie für das Nähen verwendet, denn auch diese Einlagen sind in der Schräge elastisch.
Für jede Stickerei und für jeden Stoff muss ein Stickvlies zum Sticken verwendet werden. Denn jeder Stoff ist elastisch, normales Gewebe ist z.B. schräg im Fadenlauf. Da sich jede Stickerei in Stickrichtung zusammenzieht und auch durch das Sticken selber ja nochmals der Stoff verändert wird, muss diese Elastizität durch das Stickvlies „aufgefangen“ und der Stoff fixiert werden. Aus diesem Grund sollten auch immer spezielle Stickvliese verwendet werden, und keine Einlagen wie man sie für das Nähen verwendet, denn auch diese Einlagen sind in der Schräge elastisch.
Das Zauberwort beim Thema Stickvlies heißt "STABILITÄT"
Küchenpapier oder ähnliches ist
nicht zu empfehlen, denn Erstens veredeln Stickereien
Kleidungsstücke oder Taschen und ähnliches, welche auch gewaschen
werden. Wenn sich hier das Material, welches zur Verstärkung
verwendet wird, verklumpt, kann man sich gut vorstellen wie das Stück
nach der ersten Wäsche aussehen könnte. Zweitens „fusselt“
Küchenpapier stärker und kann somit schneller die Maschine
beschädigen. Manchmal lese ich, dass Babytücher zum Sticken
verwendet werden. Hier muss man einfach von Gehirnbesitzer zum
Gehirnbenutzer werden: Babytücher haben oft Öle und Co in sich, und
das kann nicht gut für eine Maschine sein.
Richtig Einspannen ist extrem wichtig! Nur wirklich stabil fixierte Materialien lassen sich sauber besticken, dabei spielt die Maschine nicht eine so große Rolle, wie das richtige Einspannen und das gewählte Stickvlies.
Das Stickvlies muss größer sein als
der Stickrahmen in den eingespannt wird, denn nur so kann die
Fixierung auch richtig arbeiten. Man muss den Stoff mit dem Vlies einspannen, sodass es trommelfest ist, d.h. NICHT nachgibt beim darauf trommeln mit dem Finger. Man kann auch das Vlies einpannen und den Stoff danach aufkleben. Der Stoff
darf keine Falten werfen und nicht gedehnt werden. Hier kommen die
unterschiedlichen Vliese ins Spiel.
Welches
Vlies für welchen Job?
Es
gibt gaaaanz viele Vliese zu kaufen, und hier muss ich sagen dass
jeder ein wenig ausprobieren muss, um das für sich „richtige“
oder „Lieblings“-Vlies zu finden. Wir stellen Euch die gängisten Materialien im Folgenden vor:
Sticken auf gewebten Stoffen:
Für normale gewebte Stoffe reicht hier
in der Regel ein Stickvlies zum Ausreißen, das unter
den Stoff gelegt und mit dem Stoff eingespannt wird. Dieses Vlies
wird während des Stickens perforiert, und kann dann später leicht
entfernt werden. Ich benutze gerne Madeira Super Strong (zum
Wegschneiden – toll bei Kosmetiktaschen), Sulky Tear Easy (zum
Abreissen) und Madeira Cotton stable zum Aufbügeln für fast alle Arbeiten. Man kann zur Optimierung auch hier kleben!
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| Bild: Mäde! by Kasia |
Bei elastischen Stoffen wie Jersey ist
die Empfehlung von Nähpark, ein Stickvlies zum Wegschneiden (z.B. Madeira Super Strong) zu
nehmen, da ein solches Vlies nicht perforiert wird und dadurch die höchste Stabilität gegeben ist.
Empfehlenswert ist beim Sticken auf dehbaren Stoffen immer den Jersey zu kleben oder aufzubügeln, er "bewegt" sich auch während des Stickens auf dem Stickvlies, wenn er nicht geklebt ist. Es gibt für diesen Zweck auch selbstklebende (oder aufbügelbare) Stickvliese für die, die nicht mit Sprühzeitkleber arbeiten wollen. Es empfielt sich immer eine Lage wasserlösliches dünnes Vlies oben, es verbessert das Stickbild erheblich.
(Wer mit Sprühzeitkleber arbeitet, kann dies bedenkenlos tun, wenn er nur den zu fixierenden Stoff oder das Stickvlies dünn besprüht, dies weit weg von der Maschine tut und darauf achtet, dass die Maschinen, (wie grundsätzlich empfohlen) regelmäßig zur Wartung gehen. Eventuelle Reste von Kleber werden bei der Wartung und dabei eingeschlossenen Reinigung der Maschine entfernt und schaden so der Maschine nicht)
Hier, eine sehr dichte, große Stickerei auf Jersey:
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| Quelle: regenbogenbuntes |
Ein paar Beispiele nicht optimal ausgefallener Stickereien:
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| Bild: regenbogenbuntes |
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| Bild: regenbogenbuntes |
Sticken auf Frottee, Nicky, Samt, Fleece:
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| Bild: Mäde! by Kasia |
Hier gilt jedoch dringend: Für alle Materialien, die
„uneben“ sind oder auf der Oberseite einen Flor haben wie z.B.
Frottee, Nicky, Samt, muss oben ein wasserlösliches Vlies aufgelegt werden, je nach Dicke des Vlies auch gerne doppelt. Bei Handtüchern empfehle ich
wasserlösliches Vlies oben und unten, damit auch die Unterseite schön bleibt und keine "Vliesreste" zu sehen sind.
Wenn man gerne freistehende
Spitzen (FSL) sticken möchte, kann man ein textiles wasserlösliches
Vlies wie z.B. Avalon Plus
von Madeira,Soluvlies von Freudenberg nehmen. Hier einfach nur das
Vlies doppellagig stramm in den Rahmen einspannen und sticken. Diese Methode funktioniert jedoch auch sehr gut mit Avalon Ultra FOLIE und ist eine Empfehlung von Nette.
Ist diese NICHT vorhanden, können auch mehrere Lagen anders wasserlösliches Vlies die nötige Stabilität geben !
Ist diese NICHT vorhanden, können auch mehrere Lagen anders wasserlösliches Vlies die nötige Stabilität geben !
Für alle Materialien, die zu dick
(Leder, Filz, Wachstuch) oder zu klein (z.B. Kragen) zum Einspannen
sind, kann man die selbstklebenden Vliese benutzen. Diese sind
einfach in der Verarbeitung: einfach mit der Papierseite nach oben in
den Rahmen einspannen. Anschließend wird das Papier abgezogen und
der zu bestickende Stoff wird einfach aufgeklebt, evtl. mit einem
Heftrahmen (dazu gleich mehr) fixiert, und schon kann man los
sticken.
Das geht natürlich auch mit stabilem Aussreissvlies und Sprühkleber.
Ein absoluter Geheimtipp (breites
Grinsen) ist es, Malerkrepp zu benutzen. Diese Methode funktioniert
sehr gut bei etwas dickeren Materialien – wie
Leder oder Filz. Hierzu wird ein stabiles Vlies eingespannt , und das zu bestickende Stück Material an den
Ecken mit Kreppband auf dem Vlies fixiert. Ich benutze diese Methode
auch sehr gerne bei ITH (In The Hoop) Projekten, um die Stoffe auf
der Rückseite des Stickrahmens zu fixieren.
Last but not least kann man bei einigen
Materialien einen Heftrahmen benutzen. Viele der neueren Maschinen
haben eine solche Funktion eingebaut. Dieser kann vor dem Sticken in
der Maschine aktiviert werden. Ein Heftrahmen ist nichts anderes als
ein Rahmen (also ein Quadrat bzw. Rechteck), bestehend aus langen
Heftstichen. Dieser wird vor dem Sticken des Musters „gestickt“,
und fixiert und stabilisiert damit den Stoff auf dem Stickvlies. Nach
dem Sticken werden die Heftstiche entfernt. Diese Methode ist für
Leder, Jersey (wegen Löcher), Wachstuch oder andere Materialien wo
man keine Nadellöcher/Perforationen haben möchte oder sollte nicht geeignet.
Wessen Maschine keinen solchen
Heftrahmen bietet, hier ein Freebie: Heftrahmen für 10 x 10 und 13 x
18. Diese könnt Ihr Euch nach Belieben vergrössern oder verkleinern.
Tipp von Kasia:
Ich benutze diese Vliese und Hilfsmittel und bringe meine Maschine ebenso jede 18 Monate zum Service.
Ich benutze diese Vliese und Hilfsmittel und bringe meine Maschine ebenso jede 18 Monate zum Service.
Freistehende Stickereien: Soluweb
Schwer zu einspannende Stoffe: MadeiraSuper Strong, Sulky Tear Easy
Hilfsmittel: Malerkrepp und Sprühkleber (Sprühkleber mag ich persönlich nicht so sehr)
Tipp von Nette:
Tipp von Nette:
Ich bin Minimalist. Ich arbeite mit sehr festem Ausreissvlies und klebe dort mit Sprühkleber fast alles fest, ohne es einzuspannen. Nur sehr dichte Stickereien auf dünnen oder elastischen Stoffen werden bei mir mit eingespannt, dann aber auch vorher mit Kleber fixiert.
Für großflächige Stickereien auf dehnbaren Stoffen habe ich ein abschneidbares Vlies.
Zusätzlich verwende ich bei dehnbaren und unebenen Stoffen immer dünnes wasserlösliches Vlies zum oben auflegen und eine Stickfolie für freestanding Lace Stickereien. Mehr besitze ich nicht!
Ich sticke so seit fünf Jahren und meine Maschine hat keinen Schaden genommen, sie wird bei der Wartung ca. alle 18 Monate sowieso gereinigt.
Für großflächige Stickereien auf dehnbaren Stoffen habe ich ein abschneidbares Vlies.
Zusätzlich verwende ich bei dehnbaren und unebenen Stoffen immer dünnes wasserlösliches Vlies zum oben auflegen und eine Stickfolie für freestanding Lace Stickereien. Mehr besitze ich nicht!
Ich sticke so seit fünf Jahren und meine Maschine hat keinen Schaden genommen, sie wird bei der Wartung ca. alle 18 Monate sowieso gereinigt.
Erfahrung ist der Schlüssel zum
Erfolg!
Das Wichtigste bleibt:
Der Stoff darf sich beim Sticken NICHT auf dem Vlies bewegen und das Vlies muß trommelfest eingespannt sein !
Das Wichtigste bleibt:
Der Stoff darf sich beim Sticken NICHT auf dem Vlies bewegen und das Vlies muß trommelfest eingespannt sein !
So das wars zum Thema Vliese und die Welt der Stickmaschinen. Herzlichen Dank an das Maschinen-Spezialisten-Team vom
Nette von Regenbogenbuntes
und Kasia von Mäde! by Kasia














Danke Euch Allen ganz herzlich. Sticke eigentlich gerne, aber grade bei dehnbaren Stoffen hat sich die Stickerei oft verzogen bzw. wurde von der Sticki gefressen. Werde Eure Tipps mal ausprobieren. Nochmals ganz lieben Dank :-)
AntwortenLöschenSuper. ..Danke für die tollen tips
AntwortenLöschenHerzlichen Dank für die tollen Tips, war einiges dabei , was ich jetzt umsetzen werde :)
AntwortenLöschenschöne Grüße
Doris
einen ganz besonders herzlichen dank auch von mir!!! ich sticke schon relativ lange und habe so gut wie alle möglichen dinge, also techniken und materialien ausprobiert und meine erfahrungen gesammelt. trotzdem fange bei vielen nicht so häufig genutzten varianten bzw. materialkombinationen oft wieder von vorne an zu testen, da ich es bisher versäumt habe mir eine gute übersicht zu schreiben. um so dankbarer bin ich nun für die eurige :)
AntwortenLöschenmein persönlicher "testsieger", und das von mir am häufigsten verwendete vlies, ist ein relativ festes, nicht reißbares vlies aus industriebestand. ich denke "Madeira Super Strong" ist wohl das ähnlichste. dank eurer tipps sehe ich jetzt ganz entspannt dem schwinden meiner reste zu und kenne nun adäquaten ersatz. toller beitrag!!
glg katja
Ich finde deinen Blog echt toll!
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